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Freiwilliges Soziales Jahr
 

Eigenes Engagement zu beweisen und die ehrenamtlichen Strukturen im Sport zu unterstützen, das ist der Antrieb für viele junge Menschen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport absolvieren. Allein in Nordrhein-Westfalen sind derzeit 265 Jugendliche und junge Erwachsene als "FSJ'ler" aktiv. Seit August 2002 besteht außerdem die Möglichkeit, diesen zwölfmonatigen Einsatz als Zivildienst anzuerkennen.

Für Jan Peter Hirt war es nach dem Abitur klar: "Von Schulkollegen, die in meinem Verein Hockey spielen, habe ich von der Möglichkeit des Freiwilligen Sozialen Jahres im Sport erfahren", erzählt der 20-jährige Krefelder. Und weil der Tennis-Crack des Krefelder Tennis- und Hockey-Club (CTHC) sein Talent an Kinder und Jugendliche weiter geben möchte, passt die Aufgabe, die er als FSJ'ler erfüllt, bestens zu ihm: "Ich unterstütze das Tennistraining der sechs- bis 18-jährigen Nachwuchsspieler und dreimal wöchentlich die Sportfördergruppe an meiner alten Schule, dem Gymnasium Moltkeplatz in Krefeld."

Als Bundesliga-Wasserballer hilft Jan Janzen in seinem Freiwilligen Sozialen Jahr bei Kursangeboten im Schwimmen
Als Bundesliga-Wasserballer hilft Jan Janzen in seinem Freiwilligen Sozialen Jahr bei Kursangeboten im Schwimmen Bild zoomen
Dass zu den Zielen des "freiwilligen Sportjahres" auch gehört, die Übernahme von Verantwortung zu fördern, gefällt dem FSJ'ler: "Ich war bei der Hockey-WM im vergangenen Jahr mit organisatorischen Aufgaben bertraut und betreue die Gastmannschaften meines Vereins in der Hockey-Bundesliga."

Variable Tätigkeiten

Die Tätigkeiten der FSJ'ler variieren je nach Angebot und Kooperationspartner der Einsatzstelle. Grundsätzlich haben sie mit der sportlichen Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu tun. Etwa als Hilfe bei der Durchführung von Kursangeboten wie Kinderturnen, Vorschulturnen oder Schwimmkursen. Bei letzteren sind Tom Krause und Jan Janzen in ihrem Element. Die beiden spielen in der Wasserball-Bundesliga für ihren Heimatklub SSF Aegir Uerdingen, sind ebenfalls 20 Jahre jung und haben nach ihrem Abitur die sportive Alternative zu Wehr- und Zivildienst gewählt.

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht auch ihnen am meisten Spaß. "Ich habe als FSJ'ler meinen Wunschberuf entdeckt: Grundschullehrer", bestätigt Tom Krauser, dass die Bezeichnung "Orientierungsjahr für junge Menschen" auf das Freiwillige Soziale Jahr im Sport haargenau zutrifft: "Direkt nach dem Abitur hatte ich noch keine konkrete Idee, was ich später machen werde. Jetzt weiß ich, die Arbeit mit Kindern wäre für mich genau das Richtige."

Die Einsatzstelle, in der Tom und sein Wasserball-Teamkollege Jan Janzen ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren ist das Büro der Sportjugend im Krefelder Stadtsportbund.

Geschäftsstellenleiterin Jutta Dillmann hat sehr gute Erfahrungen mit im Sport engagierten jungen Mitarbeitern gemacht. "Wir hatten seit Sommer 2003 bisher fünf sehr kooperative und engagierte FSJ'ler bei der Sportjugend. Mit der Zeit sind die Aufgabenbereiche umfangreicher und anspruchsvoller geworden. Zum Beispiel betreuen wir mit unserem Team aktuell zwölf Krefelder Grundschulen mit zusätzlichen Sportangeboten."

"Nachhilfe" im Schwimmen

Drei Krefelder FSJ´ler (v.l): Jan Janzen, Jan Peter Hirt und Tom Krauser
Drei Krefelder FSJ´ler (v.l): Jan Janzen, Jan Peter Hirt und Tom Krauser Bild zoomen
Als speziellen Erfolg verbucht die Sportjugend in Krefeld, dass auf Initiative der beiden Wasserballer Tom und Jan ein Schwimmprojekt ins Leben gerufen wurde. Da wird Grundschülern und Schülern der Klassen fünf und sechs "Nachhilfe" im Schwimmen gegeben. Und die Kinder, die von diesem Engagement profitieren, sind begeistert. "Wir haben hier schwimmen gelernt. Weil der Jan einmal in der Woche mit uns übt. Manchmal schaffen wir schon 20 kleine Bahnen", freuen sich Karina Schygulla und Ngoc Diem Nguyen aus der Klasse 5 c der "Ter-Meer-Realschule". Und deren Lehrerin findet das Projekt auch prima: "Vor allem die Unterstützung bei der Arbeit mit den Nichtschwimmern, von denen es leider immer noch zu viele gibt, finde ich sehr gut", betont Ulrike Heinzelmann von der Krefelder Realschule.

Die Erfahrungen, die die drei Krefelder FSJ'ler in ihrem "Orientierungsjahr" gesammelt haben, ergänzen sich mit der Entwicklung, die sie als junge Sportler in ihren Vereinen gemacht haben. "Wir haben die Möglichkeit, Übungsleiter- und Trainerscheine zu machen. Dadurch wird auch eine spätere ehrenamtliche Arbeit im organisierten Sport leichter", blicken Jan Peter Hirt, Tom Krauser und Jan Janzen, die im Anschluss an ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Sport ihr Studium aufnehmen werden, noch ein paar Jahre weiter in die Zukunft...

Weitere Informationen: Sportjugend NRW, Hanno Krüger, Tel.: 0203/7381 -874, eMail: hanno.krueger@lsb-nrw.de

Erfolgsprojekt Freiwilliges Soziales Jahr

Freiwilliges Soziales Jahr

Text und Fotos: Rüdiger Zinsel


 
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